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Was ist Diabetes?

 

Diabetes ist eine chronische Stoffwechselerkrankung, die schwere Begleiterkrankungen mit  sich bringt. Diese Krankheit ist häufig irreparable, d.h. sie bleibt dem Erkrankten ein Leben lang erhalten. Die Forschung arbeitet schon seit Jahren an  Medikamenten oder Genmanipulation die, die Krankheit vollständig in den Griff  bekommen soll, jedoch blieb jeder Versuch bisweilen erfolglos. An Diabetes  leiden in der BRD ca. 6% der  Gesamtbevölkerung und kostet den gesetzlichen Krankenkassen somit über 800  Millionen Euro pro Jahr. Weil es sich bei dieser Krankheit um eine “Wohlstandskrankheit” handelt und es dem Menschen bei uns immer besser geht, steigt die Tendenz der Neuerkrankten deutlich nach oben. Leider fehlt im Gegensatz zu beispielsweise Aids die allgemeine Aufklärung über die besonderen Gefahren. Dies spüren besonders die, die an “Altersdiabetes” erkranken und  häufig die Krankheit nicht ernst genug nehmen. Denn das Wichtigste ist, dass man die  Ernährung dementsprechend einhält, wer dies nicht respektiert, der wird immer schwerwiegendere Folgen davontragen.

Bei einem normalen Organismus wird durch die Einnahme von Nahrung der Botenstoff Insulin freigesetzt. Dieser Botenstoff wird in den sog. “Langerhans“ - Inseln  der Bauchspeicheldrüse (Pancreas) produziert. Er dient nur dazu, den Zucker (Traubenzucker) der Nahrung, den Zellen des Körpers zuzufügen. Die Zellen des  Körpers benötigen diesen Zucker als Brennstoff für die Energie. Insulin macht die Zellmembran für den Zucker durchlässig und regelt somit die Aufnahme. Zucker der  nicht sofort benötigt wird, wird in Leber und Muskeln als Glycogen (Stärke)  gespeichert. Die Langerhans - Inseln (ca. 100-500 µm) produzieren  hauptsächlich zwei verschiedene Hormone, die den Zuckerhaushalt des Blutes regulieren. Die A-Zellen (Glycagon) werden bei zu geringem Zuckerhaushalt aktiv und bewirken einen Stop des Speicherns von Zucker in Stärke und regen die Umwandlung an, damit die Stärke wieder in Zucker umgewandelt wird. Die B-Zellen hingegen sind bei zu hohem Zuckerhaushalt aktiv und speichern den Überschuss. Leider funktioniert der Zucker-Stoffwechsel nicht immer so reibungslos, es kann zu starken chronischen Zuckerschwankungen kommen, dem Diabetes mellitus. Dabei gibt zwei verschiedene Formen von Diabetes:

Die erste Form ist der Typ 1 oder auch jugendlicher Diabetes genannt und tritt daher meistens vor dem 30. Lebensjahr auf. Bei einem Erkrankten dieses Typs ist die Bauchspeicheldrüse und somit auch die Langerhans-Inseln stark gestört oder gar beschädigt und die Insulin-Produktion ist nicht mehr möglich. Die Zellen können ohne Insulin den lebenswichtigen Zucker nicht aufnehmen und somit muss Insulin von außen in Form von Spritzen dem Körper täglich zugeführt werden (ist immer Insulinpflichtig). Weil keine Nahrung für die Zellen verwertet werden kann, sind die Typ1 Diabetiker fast immer normal- oder untergewichtig.  

Beim Typ 2 Diabetiker, auch Altersdiabetes genannt, tritt die Erkrankung in der Regel erst ab dem  40. Lebensjahr auf. Bei diesem Diabetes-Symptom produziert die Bauchspeicheldrüse noch Insulin, jedoch kann aus verschiedenen Gründen die Wirkung des Insulins an  den Zellen nicht wirken und es besteht eine sog.  Insulinresistenz, ein relativer Insulinmangel. Dies tritt häufig bei  falscher Ernährung auf, bei zu viel Zuckeraufnahme in den Blutkreislauf kann der  Überschuss nicht so schnell gespeichert werden und die Zellen gewöhnen sich an den vielen Zucker im Blut. Dadurch muss mehr Insulin (für die gleiche Menge  Zucker) produziert werden, als das der Körper normalerweise produziert. Es  fehlt Insulin, die Zellen ermüden, weil ihnen die Nahrung fehlt. Also bleibt  die Glucose im Blut und der Blutzuckerspiegel steigt ständig an und lässt  sogar das Blut eindicken (Thrombosegefahr). Die Folge ist, der Körper  produziert sehr viel Urin, um den zu hohen Zucker aus dem Blut zu entfernen.  Durch die hohe Urin-Produktion muss der Körper viel Flüssigkeit zu sich nehmen - häufiger und erhöhtes Durstgefühl! Bei einer nicht ausreichende  Behandlung von Typ 2, kann der Erkrankte auch eine schwerwiegende Schädigung  der Bauchspeicheldrüse davontragen. Somit wird ein Typ 2 häufig zum Typ 1 Diabetiker!

Fast 20 bis 25 Prozent der zweiten  Diabetesform sind Insulinabhängig. Beim Rest der Erkrankten reicht die  Umstellung der Ernährung und die Einnahme von Tabletten. Bei  beiden Diabetiker-Typen stehen die weiteren kompletten Zusammenhänge und Einzelheiten bis heute noch nicht ganz genau fest. Jedoch schon vor Zweitausend Jahren beschrieb Aretaios von Kapadokien die Krankheit Diabetes: “Eine rätselvolle Krankheit  ist der Diabetes (...) Nimmt das Übel zu, so tritt eine zwar geringe, aber beissende  Hitze in den Eingeweiden auf. Der ganze Körper magert ab, der Urinabgang wird  reichlicher, der Durst immer heftiger (...)”. Erst im Jahr 1922 entdeckten die  kanadischen Wissenschaftler Banting und Best das Insulin und erkannten, dass  Diabetes ein Insulinmangel ist. Besondere  Beachtung bedarf es, wenn ein Elternteil eines Neugeborenen Diabetes Typ 2 hat, so ist die Wahrscheinlichkeit, dass dieser Säugling ebenfalls an dieser Krankheit  erkrankt 30 % bis 50 % hoch. Etwa 6 % der Gesamtbevölkerung ist an Diabetes erkrankt (Tendenz sehr stark steigend). Davon etwa 90 % an Altersdiabetes (Typ2) und 10 % an jugendlicher  Diabetes (Typ1). Jeder 10. über 50 Jahre und jeder 5. über 70 Jahre ist  ebenfalls an Diabetes erkrankt. Nur jeder zweite Erkrankte weiß dass er an dieser Krankheit  leidet. Als Diabetiker gilt jeder dessen Zuckerspiegel auf nüchternen Magen dauerhaft über 140mg/dl liegt (Normal wäre 60 bis 100 Milligramm pro Deziliter Blut). Das  Besondere an dieser Krankheit ist, dass sie eine menge Begleitkrankheiten mit  sich bringt, wie z.B. Durst und häufiges Wasserlassen, erhöhte  Blutzuckerwerte, Energiemangel, extrem schlechte Wundheilung, starke Organveränderung, Infektionen, Sehstörungen  und sogar bis zum Koma führen kann. Durch die chronische Unterversorgung der Zellen mit Nahrung, kann sogar Körpergewebe absterben.

Nur wenn diese Krankheit rechtzeitig erkannt und ausreichend behandelt wird, ist ein Leben mit der Krankheit durch wenige Umstellungen kein Problem mehr.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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